Warum Selfcare kein Egoismus ist und warum es uns so schwerfällt, an uns selbst zu denken

Jan 26, 2025 by Heilpraktikerpraxis für Psychotherapie Ulrike Mehmood in Uncategorized

Einleitung

Hast du jemals das Gefühl gehabt, dass du für alle da sein musst – für die Familie, die Freunde, den Job – und dabei selbst auf der Strecke bleibst? Stell dir vor, du kommst nach einem anstrengenden Tag nach Hause, der Kopf schwirrt vor Gedanken, und du merkst, dass du dich den ganzen Tag nicht einmal gefragt hast, wie es dir eigentlich geht.

Unsere Gesellschaft feiert Menschen, die sich selbstlos aufopfern, und oft wird uns beigebracht, dass es egoistisch sei, an sich selbst zu denken. Doch was passiert, wenn wir dieses Denken nicht hinterfragen? Wir laufen Gefahr, unsere eigenen Bedürfnisse zu ignorieren, bis die Folgen unübersehbar werden: Erschöpfung, Stress und ein Leben, das uns mehr auslaugt, als es uns erfüllt.

Selfcare, die bewusste Sorge um unser körperliches, geistiges und emotionales Wohlbefinden, ist keine egoistische Handlung, sondern ein fundamentaler Teil eines gesunden Lebens. Sie gibt uns die Kraft, nicht nur unser eigenes Leben in Balance zu halten, sondern auch für andere wirklich da zu sein – ohne uns selbst dabei zu verlieren.

Was bedeutet Selfcare?

Selfcare umfasst alle Handlungen, die eine Person bewusst unternimmt, um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu fördern. Dies schließt körperliche, emotionale, mentale und soziale Aspekte ein.

Gängige Praktiken der Selfcare

Ausreichender Schlaf und gesunde Ernährung: Schlaf und Ernährung beeinflussen maßgeblich unser Energielevel und unsere mentale Stabilität.

Körperliche Bewegung: Regelmäßige Bewegung baut Stress ab und fördert die Freisetzung von Endorphinen.

Entspannungstechniken: Yoga, Meditation oder Atemübungen helfen, den Geist zu beruhigen.

Psychische Hygiene: Reflexion und Gesprächstherapie stärken das Selbstbewusstsein und bauen mentale Belastungen ab.

Zeit für Hobbys und soziale Kontakte: Aktivitäten, die Freude bereiten, fördern das emotionale Wohlbefinden.

Vorteile von Selfcare

Reduzierung von Stress und Burnout

Steigerung der Resilienz und mentalen Gesundheit

Förderung von Selbstbewusstsein und innerer Balance

Verbesserung der Beziehungen durch erhöhte Empathie

Warum Selfcare oft als Egoismus missverstanden wird

Gesellschaftliche Erwartungen

In vielen Kulturen wird der Wert eines Menschen daran gemessen, wie viel er für andere tut. Altruismus und Selbstlosigkeit werden idealisiert, während der Fokus auf eigene Bedürfnisse oft als selbstsüchtig angesehen wird. Besonders Frauen wird diese Rolle zugeschrieben, da sie in traditionellen Gesellschaften oft als Fürsorgende und Unterstützende betrachtet werden.

Leistungsorientierung und Perfektionismus

Unsere Gesellschaft fördert ein Idealbild von Produktivität und Perfektion. Menschen, die Pausen einlegen oder sich Zeit für sich selbst nehmen, gelten oft als „faul“ oder „unmotiviert“. Aktuelle Diskussionen, wie die um „Quiet Quitting“, zeigen jedoch, dass immer mehr Menschen diesen Druck infrage stellen.

Psychologische Aspekte

Ein weiteres Hindernis ist das sogenannte Helfersyndrom, bei dem Menschen das Bedürfnis haben, anderen zu helfen, um sich selbst wertvoll zu fühlen. Schuldgefühle oder die Angst, von anderen als egoistisch wahrgenommen zu werden, verstärken diesen Kreislauf.

Warum Selfcare keine Form von Egoismus ist

Die Sauerstoffmasken-Metapher

In Flugzeugen wird Passagieren beigebracht, zuerst ihre eigene Sauerstoffmaske aufzusetzen, bevor sie anderen helfen. Dieses Prinzip gilt auch im Alltag: Nur wer selbst stabil ist, kann anderen effektiv helfen.

Empathie durch Selbstfürsorge

Menschen, die achtsam mit sich selbst umgehen, entwickeln oft ein tieferes Verständnis für die Bedürfnisse anderer. Wer die eigenen Grenzen achtet, ist besser in der Lage, gesunde Beziehungen zu führen und anderen empathisch zu begegnen.

Langfristige Gesundheit

Chronischer Stress und die Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse können zu körperlichen und psychischen Erkrankungen führen. Studien zeigen, dass regelmäßige Selbstfürsorge das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und Burnout deutlich senkt.

Die Rolle der Achtsamkeit in der Selfcare

Achtsamkeit ist ein zentraler Bestandteil von Selfcare. Sie hilft uns, im gegenwärtigen Moment präsent zu sein, unsere Gedanken und Emotionen bewusst wahrzunehmen und die eigenen Bedürfnisse zu erkennen.

Praktische Achtsamkeitsübungen

Meditation: Schon 5–10 Minuten tägliche Meditation fördern innere Ruhe und Klarheit.

Achtsames Atmen: Nimm dir in stressigen Momenten eine Minute Zeit, um bewusst langsam ein- und auszuatmen.

Tagebuch schreiben: Reflektiere deine Gedanken und Gefühle, um ein tieferes Verständnis für dich selbst zu entwickeln.

Body-Scan-Übung: Scanne mental deinen Körper von Kopf bis Fuß, um Verspannungen zu erkennen und loszulassen.

Regelmäßige Achtsamkeitspraxis fördert Selbstmitgefühl und hilft, automatisierte Stressreaktionen zu durchbrechen.

Psychologische Hygiene durch Gesprächstherapie

Gesprächstherapie ist ein effektiver Weg, um die Bedeutung von Selfcare zu erkennen und destruktive Glaubenssätze zu hinterfragen.

Vorteile der Gesprächstherapie für Selfcare

Selbstreflexion: Klärung eigener Bedürfnisse und Werte.

Emotionsregulation: Strategien für den Umgang mit Stress und negativen Emotionen.

Grenzen setzen: Unterstützung beim Aufbau gesunder Abgrenzung in Beziehungen.

Die gesellschaftliche Bedeutung von Selfcare

Selfcare ist nicht nur für das Individuum wichtig, sondern auch für die Gesellschaft. Eine Kultur, die Selfcare fördert, unterstützt langfristig das psychische und physische Wohlbefinden ihrer Mitglieder.

Gesellschaftliche Vorteile

Burnout-Prävention: Besonders in Berufen mit hoher emotionaler Belastung kann Selfcare helfen, Burnout zu vermeiden.

Empathie fördern: Menschen, die sich selbst schätzen, begegnen anderen mit mehr Mitgefühl.

Wirtschaftliche Effekte: Gesündere Mitarbeiter führen zu weniger Krankheitstagen und höherer Produktivität.

Fazit

Selfcare ist keine egoistische Handlung, sondern eine essenzielle Praxis, die uns hilft, gesund, leistungsfähig und empathisch zu bleiben. In einer Gesellschaft, die oft Leistungsdruck und Selbstaufopferung fordert, ist es wichtiger denn je, die Bedeutung von Selfcare zu betonen und zu normalisieren.

Indem wir lernen, auf unsere eigenen Bedürfnisse zu achten, schaffen wir nicht nur die Grundlage für ein erfülltes Leben, sondern leisten auch einen Beitrag zu einer empathischeren und gesünderen Gesellschaft.

Wenn du das Gefühl hast, dass dir Selfcare schwerfällt oder du Unterstützung dabei benötigst, deine Bedürfnisse zu erkennen und zu priorisieren, melde dich bei meiner Heilpraktikerpraxis für Psychotherapie Ulrike Mehmood in Düsseldorf. Gemeinsam können wir daran arbeiten, mehr Selbstfürsorge in dein Leben zu integrieren.

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